| Veranstaltung: | KMV Grüne Münster 12.05.2026 - Berichte und Anträge |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 5. Anträge aus der Mitgliedschaft |
| Status: | Beschluss |
| Beschluss durch: | GRÜNE JUGEND |
| Antragshistorie: | Version 2 |
Grün heißt Vegan – Für eine bewusstere Lebensweise in der Partei
Beschlusstext
Die Grünen Münster setzen sich seit jeher für das Tierwohl, artgerechte Lebensbedingungen
sowie den Umwelt- und Naturschutz ein. Wir erkennen jedoch an, dass der Schutz der Natur und
die Achtung der Tiere unvereinbar mit derer industriellen Nutzung als Ressource ist. Es
braucht eine deutliche Reduzierung der Tierzahlen sowie die Stärkung von Tierschutz und
ökologischer Standards in der Tierhaltung, um die tiefgreifenden ethischen und ökologischen
Missstände zu lösen.
Wir setzen uns für konsequenten Tier-, Umwelt-, und Klimaschutz direkt in unserem
Kreisverband ein und setzen folgende Maßnahmen um:
1.Sämtliche Lebensmittel, die aus grünen Parteigeldern finanziert werden, sind vegan oder
vegetarisch und so weit wie möglich aus ökologischem Anbau.
2. Auf allen Parteiveranstaltungen wird eine vegane Verpflegung zum Standard. Vegetarische
Lebensmittel, wenn sie von Mitgliedern bereitgestellt werden, werden als solche
gekennzeichnet, ganz nach Vorbild des Vegan-Default.
3. Viele Alltagsprodukte enthalten versteckte tierische Bestandteile. Diese fallen häufig
als Nebenprodukte der Nahrungsmittel- und Schlachtindustrie an und werden anschließend in
Form von Fetten, Proteinen, Gelatine oder Wachsen in unterschiedlichste Produktionsketten
eingebracht. Häufig auch in Büro- und Verbrauchsmaterialien wie Klebstoffen, Stiften,
Papier, Druckfarben oder Reinigungsmitteln. Bei Neubeschaffungen wird nach Möglichkeit auf
tierfreie Büroartikel zurückgegriffen.
4. Der Kreismitgliederversammlung wird im Nachhaltigkeitsbericht 2027 über den Fortschritt
der Maßnahmen berichtet.
5. Der Kreisverband erarbeitet, in Zusammenarbeit mit der Fach-AG und der GRÜNEN JUGEND,
eine Aufklärungskampagne, die Tierausbeutung in all ihren Facetten beleuchtet und Wege zu
einem ethisch fundierten, tierleidfreien Zusammenleben aufzeigt.
Begründung
Vorbemerkung:
Für uns ist einen faktenbasierte Auseinandersetzung sehr wichtig, weswegen wir uns über konstruktive Kritik sehr freuen!
Bei direkten Fragen oder bei einer ausführlichen und grundsätzlichen Begründung wendet euch sehr gerne an: daniel.cruismann@gj-muenster.de
Begründung:
Ihr Lieben,
die Transformation hin zu einer konsequent pflanzlichen Gesellschaft ist keine bloße Ernährungsfrage, sondern eine notwendige Antwort auf die ethischen, ökologischen und gesundheitlichen Krisen unserer Zeit. Mit diesem Antrag möchten wir die Grünen Münster dazu bringen, den Schutz von Tieren und Umwelt zu Ende zu denken: Weg von einer Politik der „besseren Käfige“ hin zu einer echten Anerkennung von Tierrechten und der Einhaltung planetarer Belastungsgrenzen.
Die wissenschaftliche und moralphilosophische Begründung ruht auf drei zentralen Säulen:
1. Ethische Integrität und Tierrechte: Tiere sind keine Ressourcen, sondern leidensfähige Subjekte mit einem inhärenten Wert. Die systematische Ausbeutung in der Tierindustrie, auch in der Bio-Haltung, steht im fundamentalen Widerspruch zu unserem grünen Grundsatzprogramm, das Tieren eigene Rechte zuspricht. Wir zeigen auf, warum der Vegetarismus den Kreislauf aus Ausbeutung und Tötung nicht durchbricht und nur der vegane Weg ethisch konsequent ist.
2. Ökologische Notwendigkeit innerhalb planetarer Grenzen: Das globale Ernährungssystem ist für ca. 30 % der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Eine pflanzliche Ernährung ist der effektivste Hebel, um den Flächenverbrauch um bis zu 75 % zu senken und Ressourcen für den Klimaschutz, etwa die Wiedervernässung von Mooren im Münsterland, freizusetzen.
3. Glaubwürdigkeit und Vorbildfunktion: Um notwendige Informationen in der Gesellschaft zu bringen, muss die grüne Partei als Pionierin vorangehen. Die Umstellung der verbandsinternen Verpflegung ist der logische Schritt, um unsere eigenen Programminhalte mit praktischem Handeln zu vereinen.
Rückgriff auf das Grüne Grundsatzprogramm (2020)
Die Basis für die Forderung nach einer rein pflanzlichen Verpflegung findet sich direkt im aktuellen Grundsatzprogramm von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. In Abschnitt 77 heißt es unmissverständlich:
„Tiere sind fühlende Lebewesen, sie haben Rechte und dürfen nicht zu Rohstofflieferanten oder Unterhaltungsobjekten degradiert werden.“
Unser Kreisverband
Wenn die Partei jedoch weiterhin Tierprodukte mit Parteigeldern finanziert, widerspricht sie diesem eigenen Beschluss: Wer Fleisch, Milch oder Eier kauft, behandelt Tiere faktisch als „Rohstofflieferanten“. Nur die pflanzliche Lebensweise entkoppelt Tiere konsequent aus diesem Verwertungsprozess. Das Grundsatzprogramm betont, dass Tieren ein „gutes und gesundes Leben“ zusteht. Da jedoch auch Bio-Haltungsformen systemimmanente Leiden wie Knochenbrüche (bei 97 % der Legehennen) oder die Trennung von Kalb und Kuh beinhalten, ist die Nutzung von Tierprodukten mit dem Schutz dieser Rechte unvereinbar.
Hier müssen wir uns weiterentwickeln!
Vielen Dank
